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Veranstaltungen - Bericht über die Veranstaltung vom 26.10.2010

"Ein toller Erfolg - Bericht über die Fachtagung der Werkstatträte in Hannover am 26.10.2010",

so ist ein Artikel überschrieben, der jetzt in den Burg-Nachrichten der Zeitschrift der Werkstatt der Lebenshilfe Goslar erschienen ist. Wir veröffentlichen den Bericht, weil er aus der Sicht von Menschen mit Behinderungen über eine gelungene Veranstaltung berichtet.

Im August letzten Jahres kam Herr Jähnert, Referent des niedersächsischen Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, zu uns in die Werkstatt, um mit uns zu beraten, welche Ideen und Themen wir zur Fachtagung mit einbringen möchten. Wir als Werkstattrat hatten uns bereit erklärt, die Fachtagung der Werkstatträte 2010 zusammen mit dem Referenten des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Herrn Jähnert, vorzubereiten und auch mit durchzuführen. Wir haben mehrere Vorschläge gemacht, von denen auch viele umgesetzt wurden. Das hat uns dann auch richtig stolz gemacht, dass wir etwas gemeinsam geschafft haben (könnt Ihr Euch ja vorstellen ...).
Am 26.10.2010 ging es dann los nach Hannover, um etwas zu erfahren und zu lernen zu den folgenden Themen. Peter Schomaker begrüßte alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung sehr herzlich und wünschte allen ein erfolgreiches Miteinander. Dann wurden wir in Gruppen aufgeteilt. Hier ein kurzer Überblick:

Auf gute Zusammenarbeit: Werkstatträte und Betriebsräte
In der Arbeitsgruppe ging es z. B. darum, dass in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen nicht nur Menschen mit Behinderungen arbeiten, sondern auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Beide haben eine Interessenvertretung: den Werkstattrat oder den Betriebsrat. Es sollte festgestellt werden, wo es gemeinsame Themen und Anliegen gibt und wie die Zusammenarbeit zwischen Werkstattrat und Betriebsrat aussehen könnte.

Die UN-Behindertenrechtskonvention
In dieser Gruppe wurden einige Grundzüge der UN-Behindertenrechtskonvention erklärt und diskutiert. Welche Auswirkungen hat z. B. die Konvention für unser eigenes Leben?

Übergänge aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt
In dieser Arbeitsgruppe wurde besprochen und diskutiert, welche Möglichkeiten und Maßnahmen es für Menschen mit Behinderungen gibt, auf den ersten Arbeitsmarkt zu gelangen. Was sind die Vorteile und wo liegen die Risiken? Z. B. beim „Budget für Arbeit“. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten ein Heft, in dem Menschen mit Behinderungen über sich und ihren Erfolgen mit dem „Budget für Arbeit“ berichten. Wer möchte und sich interessiert, kann sich das Heft bei uns (Werkstattrat) anschauen.

Die Werkstättenmitwirkungsverordnung – was steht drin, was sollte drin stehen und wie wirkt sie sich für die Werkstätten aus?
In der Arbeitsgruppe wurde besprochen und diskutiert, welche Aufgaben hat ein Werkstattrat. Wie sind die Aufgaben in der Werkstättenmitwirkungsverordnung geregelt? Aus der Gegenüberstellung der Werkstättenmitwirkungsverordnung und der Mitwirkungsverordnung der Diakonie wurden die wesentlichen Bestimmungen vorgestellt und heraus gearbeitet. Diese Arbeitsgruppe wurde von Peter Schomaker und Jürgen Niebur moderiert.

Leichte Sprache – alle reden darüber, aber wie spricht man mit uns?
Die leichte Sprache hat es endlich geschafft. Viele Menschen wissen, dass es die leichte Sprache gibt. Viele Menschen sehen auch ein, dass dies wichtig ist und versuchen, Texte in leichter Sprache zu übersetzen. Aber können wir wirklich zufrieden sein? Was erwarten wir, wenn wir Texte lesen, die in leichter Sprache übersetzt wurden? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten, wie schwer es ihnen oft fällt, Briefe von Ämtern zu lesen und es viel einfacher wäre, wenn sie in leichter Sprache formuliert wären.

Fragen zur Homosexualität und AIDS
Berichtet wurde in dieser Arbeitsgruppe, welche Schwierigkeiten viele Werkstattbeschäftigte haben, wenn sie sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen und daher in ihrem Umfeld schlechter behandelt werden. Das nennt man Diskriminierung. Es wurde auch besprochen, was man als Werkstattrat dazu beitragen kann, solche Diskriminierungen zu vermeiden. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich darin einig, dass für ein solch umfangreiches Thema eine eigene Veranstaltung notwendig ist.

Am Ende der Veranstaltung trafen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch einmal im großen Saal und Marcel Braun wünschte allen eine gute Heimfahrt und ein gesundes Wiedersehen im Jahr 2011.

Es war für uns ein langer Tag, aber auch ein erfolgreicher. Die Veranstaltung war ein toller Erfolg!

Mareike Powill, Marcel Braun, Peter Schomaker, Ariane Tillmann und Markus Peinemann (Werkstattrat)

Zur Dokumentation der Veranstaltung vom 26.10.2010