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Presseinformationen

Presseinformation vom 01.10.1997

Behindertenbeauftragten des Bundes und der Länder fordern in München: Mehr Beschäftigungschancen für Schwerbehinderte

Mehr Beschäftigungschancen für Schwerbehinderte forderten die Behindertenbeauftragten der Länder und des Bundes bei ihrem Herbsttreffen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation in München. Die Teilnehmer der Konferenz riefen die Arbeitgeber dazu auf, Behinderte einzustellen und ihrer Beschäftigungspflicht nachzukommen. Derzeit seien bundesweit nahezu 200.000 Schwerbehinderte arbeitslos.

Die Behindertenbeauftragten des Bundes und der Länder bemängelten des weiteren die unkritische Verwendung des Begriffes ?behindertengerecht?. ?Den? Behinderten gebe es nicht, so hätten Blinde oder Gehörlose, Rollstuhlfahrer oder geistig Behinderte jeweils verschiedene Hilfebedürfnisse. Die Behindertenbeauftragten fordern deshalb die Wissenschaftsministerkonferenz und die Hochschulrektorenkonferenz auf, die Grundsätze des barrierefreien Planens und Bauens als integralen Bestandteil in die allgemeinen Lehrinhalte bei der Architektenausbildung aufzunehmen.

Die Landesbehindertenbeauftragten erneuerten ihre Kritik an der "Bioethikkonvention" und appellieren an die Bundesregierung, die Konvention nicht zu unterzeichnen.

Ihre verstärkte Aufmerksamkeit wollen die Behindertenbeauftragten zukünftig darauf richten, daß Schwerstbehinderte nicht aus der Eingliederungshilfe ausgegliedert und in Pflegeheime eingegliedert werden. Es bestand Einigkeit darüber, daß jeder behinderte Mensch, so lange er dies wünsche, in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe bleiben könne.

Die Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern begrüßten die Kampagne "Aktion Grundgesetz", mit der im Herbst die Öffentlichkeit auf die Gefahren der alltäglichen Diskriminierung von Behinderten hingewiesen werden soll. Nach den Worten des Gastgebers der Konferenz, Dr. Gerhard M e r k l, dem Bayerischen Behindertenbeauftragten, ist diese Aktion ein wesentlicher Beitrag, um das Diskriminierungsverbot in die Praxis umzusetzen. "Es ist unsere Aufgabe als Behindertenbeauftragten, die Öffentlichkeit mehr und mehr zu sensibilisieren, um so offene Augen und Ohren für die Anliegen von Behinderten zu erreichen", unterstrich Dr. Merkl.

Die Behindertenbeauftragten verabschiedeten die Beauftragte des Landes Berlin, Frau Angela Grützmann, in den Ruhestand und dankten ihr für das besondere Engagement für Menschen mit Behinderungen und für die langjährige konstruktive Zusammenarbeit.