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Presseinformationen

Presseinformation vom 11.04.2011

Round Table Inklusion: Auf dem Weg zur Inklusion in der Schule
Expertin fordert: Kein Negativtest für behinderte Kinder in Niedersachsen

HANNOVER. Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet auch Niedersachsen, ein inklusives Schulsystem auf allen Ebenen zu schaffen und stellt damit die niedersächsische Bildungspolitik vor große strukturelle und pädagogische Herausforderungen. Eine der führenden Inklusionswissenschaftlerinnen in Deutschland, Frau Professorin Dr. Jutta Schöler, referierte zu dem Thema „Auf dem Weg zur Inklusion in der Schule“ und führte aus: „Die so genannte Defizit-Diagnostik, die die Aussonderung begründet, die Abstimmung über die Beteiligung von Kindern mit besonderen Förderbedarf und die Überweisung von Kindern mit besonderem Förderbedarf auf besondere Schulen gegen den Willen der Eltern darf es künftig in Niedersachsen nicht mehr geben.“

Auf Einladung des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Karl Finke, kamen Fachleute aus ganz Niedersachsen in Hannover zum Round Table Inklusion zusammen um einen Beitrag zur Strukturierung der Inklusionsdebatte und zur Orientierung der politischen Entscheidungsfindung in Niedersachsen leisten. Finke begrüßte neben den Tagungsteilnehmern insbesondere die anwesenden Mitglieder des Kultusausschuss des Niedersächsischen Landtages.
Für das Niedersächsische Kultusministerium nahm Herr Dr. Peter Wachtel zur der Umsetzung des Art. 24 UN-Behindertenrechtskonvention Stellung und avisierte in der Novellierung des Schulgesetzes den Wegfall des Finanzierungsvorbehaltes sowie das Wahlrecht für Eltern.
Experten und behinderte Menschen selbst forderten die zügige Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Niedersachsen auf der Grundlage gesicherter schulgesetzlicher Änderungen.
„Das Prinzip der Beliebigkeit gilt nicht mehr“, stellte Finke klar. Frau Prof. Dr. Jutta Schöler informierte, dass bereits wissenschaftliche Kostenstudien zum Vergleich separierender und inklusiver Beschulung zu dem Ergebnis kommen, dass inklusiver Unterricht nicht teurer ist als Sonderbeschulung. Finke fordert auch für Niedersachsen einen Kostenvergleich zum effektiveren Einsatz aller bereit gestellten Mittel.
„Inklusive Bildung begreift Vielfalt als Chance für individuelle Lern- und Bildungsprozesse“, charakterisiert Finke die Tragweite der UN-Behindertenrechtskonvention. „In Zukunft muss Inklusion als die Förderung jedes Kindes in Niedersachsen entsprechend seiner Fähigkeiten die Aufgabe aller sein.“

Präsentation von Fr. Prof. Dr. Jutta Schöler (pdf-Datei, tagged)

SAT.1-Beitrag zur Fachtagung

round table inklusion

Herr Dr. Wachtel, Karl Finke und Frau Prof. Dr. Schöler

Kontakt: Karl Finke (0511) 120-4007