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Presseinformationen

Presseinformation vom 07.06.2011

Widerstand von Menschen mit Behinderungen zeigt Erfolg
Landesbeauftragter Finke dankt dem LSKN für die Bereitschaft, auf die Interessen von Menschen mit Behinderungen einzugehen

HANNOVER. Von Menschen mit Behinderungen war nach Auffassung des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen zu Recht kritisiert worden, dass der geplante Zensus 2011 (Volksbefragung) Menschen mit Behinderungen ihrer Teilhabe und Selbstbestimmung „beraubt“. Durch das Zensusgesetz ist vorgesehen, dass behinderte Menschen in Wohnheimen nicht selbst befragt werden, sondern die Einrichtungsleitungen die Antworten geben. Dies hatte zu Unruhe und Besorgnis sowohl bei den Bewohnerinnen und Bewohnern von Wohnheimen wie zum Teil bei deren Einrichtungsleitungen geführt. Auch der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen hatte dieses Verfahren kritisiert.

In einem konstruktiven Abstimmungsprozess mit der Fachgruppe Zensus des zuständigen Landesbetriebes (LSKN) wurde nun ein Verfahren vereinbart, das sowohl den Interessen der Menschen mit Behinderungen wie des Zensus 2011 gerecht wird. Es ist nun auch vorgesehen, dass die Befragung mit der Einrichtungsleitung im Beisein der einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner durchgeführt wird. Die Erhebungsstelle bzw. die/der Erhebungsbeauftragte fragt vorab bei der Einrichtungsleitung ab, wie viele behinderte Menschen den Zensus-Erfassungsbogen selbst ausfüllen wollen. Die Einrichtung bekommt dann eine entsprechende Anzahl an Bögen zur Verfügung gestellt. Die Menschen mit Behinderungen können dann den Erfassungsbogen ausfüllen und dabei, wenn notwendig, die Hilfe der Fachkräfte in den Einrichtungen nutzen. Anschließend werden die Erfassungsbögen zentral an die Erhebungsstelle zurückgeschickt.
„Ich freue mich, dass es gelungen ist, ein Verfahren zu finden, das der im SGB IX und im Niedersächsischen Behindertengleichstellungsgesetz und der UN-Behindertenrechtskonvention vorgesehenen Selbstbestimmung und Teilhabe weitgehend gerecht wird“, so Karl Finke.

„Für die Zukunft wünsche ich mir allerdings, dass alle Institutionen lernen, gleich auf die behinderten Menschen zuzugehen und mit ihnen gemeinsam die notwendigen Schritte abzustimmen. Dazu wird sicherlich der in Arbeit befindliche Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einen wesentlichen Beitrag leisten können“, so Karl Finke.

Kontakt: Karl Finke (0511) 120-4007