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Presseinformationen

Presseinformation vom 05.03.2010

Landesrat für Menschen mit Behinderungen fordert Öffnung der Krippen für alle Kinder 

Landesbeauftragter Karl Finke setzt sich für Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auch auf kommunaler Ebene ein

Hannover. Bei der letzten Sitzung des Landesrates für Menschen mit Behinderungen, wie der Landesbehindertenrat in Anpassung der behindertenpolitischen Entwicklung ab heute heißt, hat sich dieser auch mit dem von der Niedersächsischen Landesregierung beschlossenen Modellversuch zu inklusiven Krippen auseinandergesetzt. Der Landesrat war der Ansicht, dass ein Modellversuch zwar hilfreich sein kann um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, andererseits aber nicht dazu führen darf, dass behinderte Kinder, die nicht in den Modellversuch kommen, nicht in die Krippen aufgenommen werden dürfen. Karl Finke erläuterte: „Ich bin der Ansicht, dass jedes behinderte Kind in eine Krippe aufgenommen werden kann und soll. Die jeweilige Behinderung und deren Auswirkung spielt in diesem Alter noch keine so entscheidende Rolle. Die wenigen fachlichen Fragen, die vielleicht noch bestehen, können dann in dem Modellversuch noch vertiefend geklärt werden“.

Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen war die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Sowohl auf Bundesebene wie in den meisten Bundesländern laufen bereits die Vorarbeiten zu Aktionsplänen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Nach Ansicht des Landesbehindertenrates sollte dies jetzt auf kommunaler Ebene angegangen werden. „Ich glaube, in jeder Kommune sollten die Menschen mit Behinderungen jetzt prüfen, was vor Ort umgesetzt werden kann und muss“, so Karl Finke: „Dabei geht es sowohl um die Verstetigung des Ansatzes, dass Rechte behinderter Menschen Menschenrechte sind, wie um konkrete Arbeitsfelder. Dies dürften kommunal insbesondere die integrative Förderung und Beschulung der Menschen mit Behinderungen, die Zugänglichkeit und die direkte Beteiligung von Menschen mit Behinderungen sein“, so Karl Finke.

Da der ehemalige Landesbehindertenrat, der sich in den Landesrat für Menschen mit Behinderungen umbenannt hat, in der Zwischenzeit über 100 Mitglieder hat, wird die Regionalisierung der Arbeit vorangetrieben. Zukünftig werden in vier bis fünf Regionen regionale Arbeitsgruppen von kommunalen Behindertenbeiräten und Behindertenbeauftragten die Sitzungen des Landesrates für Menschen mit Behinderungen vorbereiten. Nach Ansicht von Karl Finke zeigt dies, dass behinderte Menschen selbstverständlich in der Lage sind, ihre eigenen Interessen nicht nur zu vertreten, sondern diese auch selbst  und angemessen organisieren können.

Kontakt: Karl Finke (0511) 120-4007