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Presseinformationen

Presseinformation vom 15.06.2006

Sozialministerium bietet Plätze zur Arbeitserkundung an.
Ross-Luttmann: Behinderte Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt integrieren
Vereinbarung mit zwei Werkstätten für Behinderte unterzeichnet

HANNOVER. Beschäftige aus Werkstätten für Behinderte sollen im Niedersächsischen Sozialministerium die Möglichkeit der Arbeitserkundung erhalten. Eine entsprechende Vereinbarung (neues Fenster, tagged pdf 16 KB) über dieses Modellprojekt hat Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann am Donnerstag mit der Hannoversche Werkstätten gGmbH und der Caritas-Werkstatt Niels-Stensen-Haus  in Hannover geschlossen.

"Die Integration behinderter Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt ist ein zentrales Anliegen der Landesregierung. Insbesondere junge Menschen mit Behinderungen müssen ihren Möglichkeiten und Begabungen entsprechend ausgebildet werden", erklärte die Ministerin. Das Angebot der Arbeitserprobung sei ein geeigneter Weg, um behinderte Menschen mit der Arbeitswelt außerhalb der Werkstatt in Kontakt zu bringen. Auf diese Weise ließen sich gleichzeitig aber auch Vorbehalte gegenüber der Leistungsfähigkeit von Werkstattbeschäftigten abbauen."Wir wollen mit dieser Initiative ein Beispiel geben, das auch in anderen Behörden und Betrieben Schule machen soll" , betonten Vera Neugebauer, Geschäftsführerin der Hannoversche Werkstätten gGmbH und der Geschäftsführer der Caritas-Werkstatt, Franz-Joseph Gottschlich.

Die Arbeitserkundung wird in der Regel über einen Zeitraum von zwei Monaten erfolgen. Die Einsatzmöglichkeiten werden gemeinsam mit den Werkstätten festgelegt und den Fähigkeiten der behinderten Menschen angepasst sein. Nach Ablauf eines Jahres soll eine Zwischenbilanz gezogen und gemeinsam überlegt werden, ob und wie in anderen Behörden Außenarbeitsplätze oder andere Beschäftigungsformen geschaffen werden können.

Im Gespräch mit Beschäftigten der beiden Werkstätten wies Ministerin Ross-Luttmann darauf hin, dass das Land im nächsten Jahr ein Sonderprogramm auflegen wird, um Arbeitgeber und Betriebe durch Lohnkostenzuschüsse zu motivieren, verstärkt Menschen mit Behinderungen einzustellen. "Viele Unternehmen befürchten bei der Einstellung schwer behinderter Menschen höhere Kosten oder den besonderen Kündigungsschutz. Dem stehen jedoch zahlreiche gelungene Beispiele der Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt gegenüber" , sagte die Ministerin. Sie forderte die Unternehmen auf, durch mehr Angebote der Arbeitserprobung Vorurteile gegenüber behinderten Menschen abbauen zu helfen. Auch das Persönliche Budget, das ab 2008 als Pflichtleistung eingeführt wird, kann nach Ansicht der Ministerin dazu beitragen, mehr behinderte Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt einzugliedern. In der anschließenden Diskussion wurden von den Werkstattbeschäftigten unter anderem auch Vorschläge für neue Wege zur beruflichen Eingliederung unterbreitet. Ross-Luttmann sagte zu, die Möglichkeit der Umsetzung sorgfältig zu prüfen.

Foto: Frau Neugebauer, Frau Ross-Luttmann und Herr Gottschlich bei der Unterzeichnung   Foto: Frau Neugebauer, Frau Ross-Luttmann und Herr Gottschlich bei der Unterzeichnung

Kontakt: Karl Finke (0511) 120-4007