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Presseinformationen

Presseinformation vom 18.04.2005

Zwischenbericht über Modellvorhaben
Persönliches Budget stärkt Autonomie und Teilhabe von Menschen mit Behinderung

HANNOVER. Das persönliche Budget stärkt die Autonomie und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung und fördert zugleich die Weiterentwicklung und Flexibilisierung ambulanter Assistenzangebote.

Zu dieser Einschätzung kommt der Zwischenbericht der wissenschaftlichen Begleitung eines zweijährigen Modellvorhabens, mit dem das Niedersächsische Sozialministerium mit den Landkreisen Emsland, Osnabrück und der Stadt Braunschweig noch bis Ende 2005 die Einführung persönlicher Budgets für Menschen mit Behinderung erprobt.

Das Angebot, Leistungen in Form eines persönlichen Budgets zu beantragen, richtet sich an volljährige Menschen mit Behinderung oder von Behinderung bedrohte Menschen außerhalb von Einrichtungen, die Anspruch auf Eingliederungshilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII haben. Derzeit beteiligen sich insgesamt 30 Personen mit einer geistigen oder seelischen Behinderung an dem Modellversuch. Sie erhalten nach Durchlaufen eines Hilfeplanverfahrens monatliche Geldleistungen. Die Höhe des monatlichen Budgets der Modellteilnehmer orientiert sich am Umfang des Hilfebedarfs und wird individuell mit der zuständigen Verwaltung vereinbart. Mit dem persönlichen Budget kann der behinderte Mensch über die benötigten Leistungen - zum Beispiel für seine persönliche Betreuung - eigenverantwortlich entscheiden. Er bestimmt selbst, wer welche Hilfen in welchem Umfang erbringen soll.

Die Wissenschaftler der Fachhochschule der Katholischen Fachhochschule Norddeutschland und der Evangelischen Fachhochschule Hannover haben den Auftrag, anhand der Daten aus den Modellregionen und Einzelfallanalysen die Ausgangsbedingungen für das Modellvorhaben, das Hilfeplanverfahren, die Budgetassistenz und die Qualitätssicherung zu untersuchen und kritisch zu bewerten. Mit einer abschließenden Evaluation des Modellvorhabens ist Anfang 2006 zu rechnen.

"Wir erwarten von dem Modellvorhaben wichtige Aufschlüsse für die Flächen deckende Einführung persönlicher Budgets für Menschen mit Behinderung in Niedersachsen. Auch wenn es für eine abschließende Bewertung jetzt noch zu früh ist, zeigen die ersten Erfahrungen aus den Modellregionen, dass wir auf einem guten Weg sind", betont Sozialministerin Ursula von der Leyen. Das persönliche Budget könne vor allem bei Menschen mit einem niedrigeren Hilfebedarf dazu beitragen, die Unterbringung in einer stationären Unterbringung zu vermeiden. Dies bedeute nicht nur ein größeres Maß an Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung sondern ist mittelfristig auch kostengünstiger für die Leistungsträger.

Der Zwischenbericht der wissenschaftlichen Begleitung über den bisherigen Verlauf des Modellvorhabens kann im Internet unter www.behindertenbeauftragter-niedersachsen.de (neues Fenster, tagged pdf) aufgerufen werden.

Kontakt: Karl Finke (0511) 120-4007