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Presseinformationen

Presseinformation vom 24.08.2004

Behindertenbeauftragter legt fünften Tätigkeitsbericht vor: Stark und selbstbewusst - Menschen mit Behinderungen gestalten die Zukunft mit

HANNOVER. Der Behindertenbeauftragte des Landes Niedersachsen, Karl Finke, stellt heute in der Kabinettssitzung seinen fünften Tätigkeitsbericht für die Jahre 2000 bis 2004 vor. Vor dem Hintergrund einer schwierigen wirtschaftlichen Situation sei es auch in den vergangenen vier Jahren gelungen, in Niedersachsen eine erfolgreiche Arbeit für Menschen mit Behinderungen zu leisten und damit eine Vorbildfunktion der Behindertenpolitik zu halten, so Finke. "Der Tätigkeitsbericht ist Ermutigung und Orientierungshilfe zugleich", stellt Finke fest und zeichnet in seinem umfassenden Bericht ein klares Bild von der aktuellen Situation behinderter Menschen in Niedersachsen.

Die Arbeit des Büros des Behindertenbeauftragten wird durch die Verleihung des Courage Preises 2003 an den Behindertenbeauftragten im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen weit über Niedersachsen hinaus hervorgehoben. Im Zentrum seiner Arbeit stand, in Kooperation mit behinderten Menschen die Niedersächsische Landesregierung bei den Zielen neuer Behindertenpolitik zu beraten, sagt Finke. Dem Grundgedanken des Empowerments folgend sei es ein Ziel des Behindertenbeauftragten, die verstärkte Aneignung und Übernahme von Kompetenzen durch Behinderte selbst auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu erreichen. Begriffe wie Integration, Partizipation, Normalisierung und Selbstbestimmung bilden weiterhin das Fundament seiner Arbeit und spiegeln sich als behindertenpolitische Orientierung in allen Handlungsfeldern des Behindertenbeauftragten wider. So informiert Karl Finke auch über seine erfolgreiche Netzwerkarbeit beispielhaft am Niedersächsischen Bündnis Unterstützte Beschäftigung, am Niedersächsischen Netzwerk behinderter Frauen, am Round-Table Integration und verschiedenen anderen Zusammenschlüssen. Im Spannungsfeld zwischen den Interessen von Bund, Land und Kommune und anderen öffentlichen Institutionen muss der Behindertenbeauftragte auch auf einen konstruktiven Konflikt zur Wahrnehmung der Interessen und Belange behinderter Menschen eingehen. Erste konkrete Ergebnisse seien mit Unterstützung des Behindertenbeauftragten erreicht worden. So haben Menschen mit Behinderungen jetzt das Recht auf berufliche Assistenz im Arbeitsleben. Modellversuche des von dem Behindertenbeauftragten seit langem geforderten Persönlichen Budgets wurden eingeführt und das Netz kommunaler Behindertenbeiräte und -beauftragter habe sich dynamisch fortentwickelt. Der Behindertenbeauftragte veröffentlichte einen Anreiseführer zur EXPO 2000, aus dem er einen Internetreiseführer www.barrierefrei-reisen.de und ein Projekt "Stadtführer (nicht nur) für behinderte Menschen" für Niedersachsen entwickelte. "Ich begrüße es, wenn Kommunen, Tourismusvereine und Anbieter die Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen ein gemeinsames Ziel haben, ein barrierefreies Niedersachsen", so Finke.

Eine weitere Aufgabe des Behindertenbeauftragten sei es, behinderten Kindern eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu sichern. Jedes behinderte Kind in Niedersachsen solle die Unterstützung erhalten, die es für seine individuelle Situation benötige, also Wahlfreiheit der Eltern behinderter Kinder, zwischen integrativen- und Sonderformen. Dieser Tätigkeitsbericht solle alle Menschen mit Behinderungen ermutigen, auf der Basis dieser neuen Behindertengesetzgebung sich als Reformmotor für eine Teilhabepolitik von morgen mit einzubringen. Selbstbestimmt, selbstkritisch, aber ganz besonders selbstbewusst will Finke mit behinderten Menschen die Zukunft gestalten. "Die neuen rechtlichen Veränderungen für behinderte Menschen werden bewusst dargelegt, um sie zu ermutigen, ihre Rechte zu nutzen und die Zukunft mit uns zu gestalten", hebt Finke hervor. Die Ziele des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen von Teilhabe, Barrierefreiheit und Integration müssten das politische Handeln zukünftig bestimmen. Der Behindertenbeauftragte fordert die Landesregierung auf, zusammen mit behinderten Menschen einen Teilhabeplan zur Umsetzung neuer Behindertenpolitik zu erstellen und als nächsten Schritt ein mit behinderten Menschen abgestimmtes Landesgleichstellungsgesetz zu verabschieden.

Kontakt: Karl Finke (0511)120-4007