Logo des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen

Sie sind hier:

Startseite > Niedersächsisches Netzwerk behinderter Frauen

Niedersächsisches Netzwerk behinderter Frauen - Bericht vom Netzwerktreffen am 21.04.2011

Logo Niedersächsisches Netzwerk Behinderter Frauen

Treffen des Nds. Netzwerks behinderter Frauen am 21.04.2011 in den Hannoverschen Werkstätten (HW)

An diesem Tag haben wir uns mit dem Thema „Frauenbeauftragte in Wohnheimen und Werkstätten“ beschäftigt.
In den HW arbeiten insges. ca. 1000 Beschäftigte mit Unterstützungsbedarf, etwa die Hälfte im Haupthaus in Hannover-Kleefeld. Die HW erhalten ihre Arbeitsaufträge u. a. von Continental, Ikea, Miele, E-on. Es werden überwiegend Zuliefer- und Verpackungsarbeiten ausgeführt.

Vorträge zum Thema hielten Barbara della Monica, die die Frauenbeauftragte der HW geschult hat und Annette Bourdon von „People First – Menschen zuerst“.
Alles begann mit VHS-Kursen zu den Themen Selbststärkung, Wen-Do, etc. 2003, im EU-Jahr der Behinderten, begannen Frauengesprächsgruppen ihre Arbeit, es wurde eine 400€-Stelle für eine Unterstützerin eingerichtet, die den Frauenbeauftragten hilfreich zur Seite stand. Diese Aufgabe ist auch heute noch außerordentlich wichtig.
2008 begann eine wissenschaftliche Studie zu dem Thema, deren Abschlussbefragung gerade läuft, 2009 unterstützte auch das Bundesministerium das Thema „Frauenbeauftragte in Einrichtungen“.
2010 gab es in den HW interne Schulungen für Frauenbeauftragte. Dabei lernten diese u. a. den Umgang mit dem PC, Gesprächsführung sowie rechtliche Grundlagen.
Die Probleme, die an die Frauenbeauftragten heran getragen werden, reichen von Partnerschaftsproblemen über sexuelle Gewalterfahrung und Probleme mit Arbeitskollegen bis hin zu allgemeinen Sorgen und Nöten innerhalb und außerhalb der Werkstatt. Darüber hinaus nimmt sie Aufgaben der Selbststärkung der Beschäftigten ebenso wahr wie einen allgemeinen Austausch.
Derzeit wird die Beratung eher zögerlich angenommen, voraussichtliche Gründe hierfür sind, dass in den HW viele Männer arbeiten, dass die Frauenbeauftrage nicht ausgewählt werden kann, da es vor Ort jeweils nur eine gibt, dass die Wege zur Beratung erschwert sind, dass es wenig Anerkennung der Arbeit der Frauenbeauftragten durch manche GruppenleiterInnen gibt. Auch Freundschaften zur Frauenbeauftragten hemmen, eine anonyme Beratung fällt leichter.
Deshalb werden als Forderungen und Ziele u. a. eine verpflichtende offizielle Wahl der Frauenbeauftragten, die Anerkennung ihrer Arbeit sowie Regionaltreffen der Frauenbeauftragten genannt. Die wöchentlich stattfindende Supervision ist wichtig, reicht jedoch nicht aus.

„People first – Menschen zuerst“ arbeitet in dem bereits beschriebenen Projekt mit, aus ihrer Sicht sprechen u. a. die folgenden Gründe für Frauenbeauftragte:

Frauenbeauftragte machen Mut und setzen sich für die Frauen in Einrichtungen ein. Es sollten ebenfalls Frauen mit Lernbeeinträchtigungen sein, weil diese Gleichberechtigte sind und die Frauen in Einrichtungen verstehen. Das schafft Vertrauen. Weiterhin gibt es Vorträge und Schulungsordner in leichter Sprache, die Arbeit wird in Internet und Presse vorgestellt und es gibt eine Schrift für die Werkstatträte. Außerdem findet eine Zusammenarbeit mit dem Weibernetz Kassel statt.

Der Nachmittag war für uns alle sehr informativ und wir freuen uns schon heute auf das nächste Treffen des Nds. Netzwerks behinderter Frauen.

Für das Netzwerk: Heike Menzel (Sprecherin)