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Persönliches Budget - Pflegebudget/Persönliches Budget

Pflegebudget/Persönliches Budget - Zukunft von Pflege und Betreuung?

Mit der heutigen Tagung trägt Ihr Institut zur konzeptionellen Reflektion und Verdichtung der Ziele und Anliegen des persönlichen Budgets für behinderte und alte Menschen in den norddeutschen Bundesländern bei. Als Behindertenbeauftragter des Landes Niedersachsen und selbst aktiver behinderter Menschen habe ich gerne die Schirmherrschaft für die heutige Veranstaltung übernommen. Ich sehe die Übernahme der Schirmherrschaft durch einen behinderten Menschen selbst auch als Signal dafür, dass heute nicht über behinderte Menschen gesprochen sondern in Dialog mit uns die Verbesserung der Lebenssituation und eigenständigen Lebensführung fachlich erörtert und den Einrichtungen und behinderten und alten Menschen nahe gebracht werden soll. Das am 01.06.2004 als Kann-Leistung und ab 01.01.2008 verbindlich eingeführt persönliche Budget ist eine wichtige Fassette diesen Personenkreis mehr Regiekompetenz und Eigenverantwortung für die eigene Lebensführung zu übertragen. Wir in Niedersachsen sind mit den drei selbst entwickelten Modellprojekten in den Regionen Emsland, Osnabrück und Braunschweig sowie der wissenschaftlichen Begleitung dabei uns auf die verbindliche Einführung 2008 vorzubereiten. Hierzu  bedarf es jedoch noch der fachlichen Qualifizierung der behinderten Menschen selbst im Rahmen  niedrig schwelliger Beratungsangebote und der Einrichtungen und Verbände wie es z. B. vorbildlich für Norddeutschland geschieht. Als Behindertenbeauftragter habe ich zusammen mit dem Landesbehindertenrat in Niedersachsen bereits eine eintägige Fachtagung zum Persönlichen Budget durchgeführt und bereite zur Zeit ein dreitägiges Vertiefungsseminar zu diesem Thema vor. Wie auch bei der heutigen Tagung wird hier Gegenstand des Seminars sein, welcher Personenkreis ist zur Zeit Nutzer des Persönlichen Budgets, wie kann es perspektivisch zu einem System unmittelbarer Hilfen  für behinderte Menschen erweitert werden und wie wird eine angemessene Höhe ermittelt. Ebenfalls müssen die Fragen von Budgetberatung und Budgetassistenz im Sinne behinderte und alter Menschen bei entsprechendem Bedarf geklärt werden.

Sie von dem Institut für angewandtes Management in der Sozialwirtschaft (IFAMS) verfügen hier im doppeltem Sinne über reichliche Erfahrungen. Einerseits können sie auf die seit 10 Jahren bei entsprechenden Tagungen in Mainz durchgeführten Erkenntnisse zurück greifen und aufbauen, andererseits leben sie in Rhenland-Pfalz in einem Umfeld, das schon sehr früh Formen des persönlichen Budgets eingeführt hat. Ebenso ist Rheinland-Pfalz erneut Vorreiter bei der Implantierung des Persönlichen Budgets für Arbeit zu dem mein Büro auch eine Fortbildung durchgeführt hat.

Ich freue mich, dass das Institut für angewandtes Management in der Sozialwirtschaft (IFAMS) aus Mainz seine Erfahrungen und Kenntnisse heute hier konkret in Norddeutschland einbringt und wünsche allen Teilnehmerinnern und Teilnehmern neue Erkenntnisse, vertiefende Dialoge aber insbesondere das gemeinsame Ziel das Persönliche Budget als Element neuer Behinderten- und Seniorenpolitik zu verwirklichen. Möge ihr Institut eines der Schwungräder hierbei sowohl in Rheinland-Pfalz wie im Norden sein.

Mit freundlichem Gruß

Karl Finke
Behindertenbeauftragter des Landes Niedersachsen