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Das „Budget für Arbeit“ - Wir sind die Mutmacher/innen - Die Mutmacher/innen im Gespräch

Die Mutmacher/innen im Gespräch

Gespräch mit Herrn Wiegand

Herr Wiegend bearbeitet Blumenerde

Herr Alexander Wiegand
ist 25 Jahre alt. Er war von 2002 bis 2009 bei den Harz-Weser-Werkstätten gemeinnützige GmbH beschäftigt. Zunächst hatte Herr Wiegand einen ausgelagerten Arbeitsplatz bei der Gärtnerei Hartwig. Die Gärtnerei gehört zum Integrationsbetrieb HaWe-Integra gemeinnützige GmbH. Da diese Zeit sehr positiv verlief, wurde mit dem Qualifizierungs- und Vermittelungsdienst überlegt, wie ein Arbeitsvertrag ermöglicht werden kann. In Verbindung mit dem „Budget für Arbeit“, wurde Herrn Wiegand schließlich zum 01.04.2009 ein Arbeitsvertrag angeboten. Wir sprachen am 07.06.2010 mit Herrn Wiegand.

Frage:
Sehr geehrter Herr Wiegand, seit wann arbeiten Sie mit Unterstützung des „Budget für Arbeit“?

Herr Wiegand:
Seit ca. einem Jahr.

Frage:
Herr Wiegand, und was sind Ihre Tätigkeiten, was arbeiten Sie hier?

Herr Wiegand:
Ich arbeite in einer Gärtnerei und bin dort für die Friedhofsarbeiten, für die Grabpflege, das Gräber anlegen, Bepflanzungen einbringen, Unkraut rupfen, Aufräumen, den Kompost umschaufeln und für das Bäume fällen zuständig.

Frage:
Ist das für Sie eine anstrengende Arbeit?

Herr Wiegand:
Ja, manchmal schon, weil es viel körperliche Arbeit ist, viel knien und bücken.

Frage:
Haben Sie lange gebraucht, um diese Tätigkeit ausüben zu können?

Herr Wiegand im Blumenbeet

Herr Wiegand:
Knappe 9 Monate, bis ich die Aufgaben selbstständig und alleine durchführen konnte. Durch den vorherigen Aufenthalt in der Gärtnerei kannte ich bereits einige Aufgaben, und die Arbeit fiel mir dadurch leichter.

Frage:
Herr Wiegand, wir wissen, Sie haben vorher in der Werkstatt gearbeitet. Mögen Sie uns ein bisschen darüber erzählen?

Herr Wiegand:
Ich war ca. 7 Jahre in der Werkstatt und habe in der Gartengruppe gearbeitet. Da habe ich im Gemüsegarten Beete vorbereitet, Möhren ausgesät und Gurken und anderes Gemüse gepflanzt. Im Sinnesgarten habe ich Unkraut gejätet, Pflanzen gegossen und Stauden zurückgeschnitten. Tageweise waren wir schon alle in der Gärtnerei tätig. Dann hatte ich einen ausgelagerten Arbeitsplatz in der Gärtnerei.

Frage:
Warum sind Sie dann auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gewechselt?

Herr Wiegand:
Ich wurde von meinem Chef in der Gärtnerei gefragt, ob ich eine Festanstellung haben möchte. Ich habe kurz zwei oder drei Tage darüber nachgedacht, dann habe ich zugesagt.
Ich hatte vorher schon den Wunsch, auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu gehen, aber nicht gedacht, dass er in Erfüllung geht.

Frage:
Wer hat Ihnen denn die Stelle hier besorgt?

Herr Wiegand schneidet Blumen

Herr Wiegand:
Herr Koch, der Betriebsleiter der HaWe-Integra in Zusammenarbeit mit der Werkstatt in Northeim.

Frage:
Wenn Sie die Arbeit hier mit der Arbeit in der Werkstatt für behinderte Menschen vergleichen, wo gefällt es Ihnen denn besser?

Herr Wiegand:
Vom Geld her - HaWe-Integra, von der Arbeit her - ganz klar in der Werkstatt.
Die Werkstatt ist sehr laut, aber ich musste nicht mit großem Stress umgehen oder unter Stress arbeiten. Das Arbeitsklima war dort sehr angenehm. Hier in der Gärtnerei ist es zu den Hauptzeiten bzw. auf dem Friedhof sehr stressig, aber es ist ein sehr leises Arbeiten. Das gefällt mir sehr gut. Aber mir fehlen die Kontakte aus der Werkstatt; jetzt ist es nur noch nach der Arbeit möglich, Freundschaften aufrecht zu erhalten.

Frage:
Und die Werkstatt vermissen Sie gar nicht?

Herr Wiegand:
Nicht viel, aber ein bisschen - vor allem die Freunde aus der Werkstatt.

Frage:
Was würden Sie jemandem raten, der Sie fragt, ob er auch erste Schritte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt versuchen soll?

Herr Wiegand:
Ich würde ihm erst mal ein paar Fragen stellen, zum Beispiel: Wie dort die Arbeit ist, was für Arbeiten, ob man mit den Kollegen gut klar kommt und wie das Arbeitsklima ist. Dies ist am Besten durch ein Praktikum zu sehen. Und man sollte nicht gleich alles hinschmeißen, wenn einmal etwas schief läuft. Bei Problemen sich zusammensetzen und eine Besprechung machen und über das Problem reden.

Herr Wiegend sortiert Sonnenblumen

Frage:
Erlauben Sie abschließend die Frage, nachdem Sie nun auf dem Arbeitsmarkt mehr Geld verdienen, was sind Ihre nächsten Ziele?

Herr Wiegand:
Eigene Wohnung. Ziel ist seit meiner Kindheit, dass ich mich später mal selbstständig machen kann im Bereich der Landwirtschaft, und darauf arbeite ich hin. In nächster Zeit möchte ist den Treckerführerschein machen, für den ich schon fleißig übe.

Frage:
Wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen für die Zukunft alles erdenklich Gute.

 

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