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Behindertenpolitik - Kompetenz und Autonomie behinderter Menschen stärken, Oktober 2000

Leitbild für die Arbeit von Behindertenbeauftragten und Beiräten

Kompetenz und Autonomie behinderter Menschen stärken

Die seit 1990 kontinuierlich stattfindenden Treffen der Landesbehindertenbeauftragten und der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) haben sich zu einem Ort des Informationsaustausches und der Vernetzung entwickelt, von dem behindertenpolitische Impulse ausgehen. Seit 1995 nimmt auch der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Behinderten an den Treffen teil. Nach 10-jähriger Arbeit scheint es an der Zeit zu sein, die Strukturen, die sich entwickelt haben, auf der Grundlage eines modernen behindertenpolitischen Verständnisses zu beleuchten.

1. Behindertenbeauftragte mit unterschiedlichem Status

Seit 1981 haben die Gedanken der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung in der Bundesrepublik bei aktiven Menschen mit Behinderung immer stärker Fuß gefasst und zu dem Bewusstsein geführt, "Menschen mit Behinderung als Experten in eigener Sache" anzusehen. Hieraus entwickelte sich Mitte der Achtzigerjahre die zweite Variante der Beauftragten: Beauftragte als ein Element von gleichberechtigter Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung. Für sie ist mit der Funktion des Behindertenbeauftragten zwingend die Einheit von behindertenspezifischer Lebensgeschichte und entsprechender Fachkompetenz sowie konkreten Arbeitsbezügen mit Selbsthilfegruppen, Behinderten und Wohlfahrtsverbänden verbunden. Beauftragte dieser Variante sorgten dafür, dass die anfänglichen Vorbehalte und Ablehnungen der so genannten Krüppelbewegung schwanden und diese Landesbeauftragten als Partner bei ihrer Interessenwahrnehmung einbezogen wurden. Es gibt nach wie vor Landesbehindertenbeauftragte mit sehr unterschiedlichen Kompetenzen und Gestaltungsmöglichkeiten. Eines ist ihnen jedoch gemein: Frühwarnsystem sowie Initiatoren sozialpolitischer Reformen im Interesse der Menschen mit Behinderung zu sein.

2. Behindertenidentität stärken

Mit der Benennung von Menschen mit Behinderung zu Behindertenbeauftragten werden jahrzehntewährende Entmündigungsprozesse aufgehoben und Menschen mit Behinderung Kompetenzen übertragen. Neben den inhaltlichen Aufgaben haben Sie insbesondere für behinderte Bürgerinnen und Bürger identitätsstiftende Wirkung als Signal dafür, dass die Kompetenz, die Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen mit Behinderung in den gesellschaftlichen Alltag, also auch in die Politik, mit einfließen sollen. Menschen mit Behinderung lassen sich nicht mehr mitleidsvoll als defizitäre Wesen betrachten. Gemäß dem Gedanken des Empowerment wollen wir Menschen mit Behinderung zu selbstbestimmten Lebensformen ermutigen, ihnen das Rückgrat bei den alltäglichen Auseinandersetzungen in Freizeit, Wohnen und Beruf stärken. Die politische Botschaft lautet: Behindertes Leben ist der jeweiligen Regierung so wichtig, dass sie Menschen mit Behinderung mit hohen Kompetenzen ausstattet und in die jeweiligen politischen Entscheidungsprozesse mit einbezieht.

3. Erweiterung des Gremiums der Landesbehindertenbeauftragten

Zukünftig sollten alle Beauftragten, aber unter bestimmten Bedingungen auch die Sprecher der aufgenommenen Behindertenbeiräte sein. Behindertenbeiräte sollen als Vertreter ihres Bundeslandes nur dann stimmberechtigt sein, wenn kein Behindertenbeauftragter Mitglied des Kreises ist. Um das Gewicht und die Kompetenz der Treffen zu erhalten und die Koordinierung der Aufgaben zu gewährleisten, sollen sich die Beauftragten nicht durch Mitarbeiter vertreten lassen. Die Vorbereitung des Treffens der Behindertenbeauftragten wird in Zusammenarbeit mit der BAR durch den Beauftragten koordiniert, in dessen Land das nächste Treffen stattfindet. Dieser Beauftragte ist auch für die geschäftsführenden Aufgaben bis zum nächsten Termin verantwortlich. Am 03. Dezember 1999, dem UN

4. Aufgaben und Schwerpunkte der Arbeit

Das Treffen der Landesbehindertenbeauftragten hat die Aufgabe, sich über grundsätzliche behindertenspezifische Fragen, die länderübergreifenden Charakter haben, zu verständigen. Hierbei geht es um behindertenpolitische Ziele, unabhängig von kommunaler Landes