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Allgemeiner Arbeitsmarkt - 7. Informationsveranstaltung für Werkstatträte

7. Informationsveranstaltung für Werkstatträte
am 12.10.2005 in Hannover

Am 12.10.2005 fand in Hannover unsere siebte Informationsveranstaltung für Werkstatträte statt. Das heißt, seit sieben Jahren laden wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter niedersächsischer Werkstatträte zu einer Fachtagung unter dem Motto „Wege aus der Werkstatt für Behinderte Menschen (= WfBM)“ ein. Waren diese Veranstaltungen zu Beginn eher in Form von Vorträgen organisiert, haben wir in der Zwischenzeit das Konzept geändert. Wir bieten jetzt jeweils vier Arbeitsgruppen pro Fachtagung an dieses Jahr waren es sogar fünf Arbeitsgruppen. Diese Gruppen bearbeiten dann im Wechsel vormittags und nachmittags mit die gleiche Themenstellung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben so Möglichkeit, an zwei Arbeitsgruppen teilzunehmen.

Seit vier Jahren bereiten wir diese Tagungen gemeinsam mit einem Werkstattrat vor. Die Veranstaltung 2005 haben wir z. B. gemeinsam mit dem Werkstattrat der Werkstatt für behinderte Menschen in Oldenburg organisiert. Wir dokumentieren im Folgenden durch Kurzprotokolle die Ergebnisse der fünf Arbeitsgruppen. Soweit möglich haben wir noch ergänzende Internetadressen angegeben, die weitere Informationenbereitstellen. Wir hoffen, somit einen Überblick über einen Teil unserer Arbeit geben zu können und wollen durch die Angabe von Internetadressen eine einfache Möglichkeit bieten, sich weitergehende Informationen selbständig zu erschließen.

In diesem Jahr haben wir folgende Arbeitsgruppen angeboten

  1. Ziele der Werkstatträte und Umwege zur Umsetzung dieser Ziele
  2. Persönliches Budget - aktuelle Entwicklungen und Chancen für Beschäftigte in der Werkstatt für behinderte Menschen
  3. Der Übergang Beschäftigter der Werkstatt für behinderte Menschen in das Rentenalter
  4. Integrationsfachdienste als eine Möglichkeit für WfbM-Beschäftigte, den Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen
  5. Das Beschäftigungsschutzgesetz soll vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz schützen. Welche Auswirkungen hat es für Beschäftigte in der WfbM?

Begrüßung durch den Werkstattrat der Werkstatt aus Oldenburg

Das Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Namen des Werkstattrates der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg, möchte ich Sie zur 7. Informationsveranstaltung für Werkstatträte in Hannover begrüßen.

Zunächst möchte ich die Gelegenheit nutzen, und Ihnen kurz unsere Einrichtung vorstellen. Verteilt auf drei Standorte innerhalb und außerhalb Oldenburgs beschäftigen wir zurzeit ca. 570 Kolleginnen und Kollegen die unter anderem in folgenden Bereichen tätig sind:

Der Unser Werkstattrat hat sich sehr darüber gefreut die heutige Tagung mit vorzubereiten. Gemeinsam haben wir versucht die verschiedenen Themen der Arbeitsgruppen möglichst interessant und verständlich für alle zu gestalten. Hierbei wurden wir unter anderem durch Herrn Jähnert unterstützt, dafür noch einmal vielen Dank.

Grundsätzlich finden wir es wichtig wenn möglichst viele Werkstatträte an Informationsveranstaltungen wie dieser teilnehmen.

Unserer Meinung nach kann durch die gemeinsame Zusammenarbeit während einer Tagung ein Erfahrungsaustausch stattfinden der für die tägliche Werkstattratsarbeit für uns alle hilfreich und nützlich sein sollte. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine erfolgreiche Veranstaltung.

Vielen Dank

Holger Schwenke

Thema:
Die Ziele der Werkstatträte und wie sie diese erreichen können

Die Arbeit in diesen Arbeitsgruppen wurde anhand von vier Fragen gestaltet:

1. Finden Sie, dass sich für Ihre Arbeit im Werkstattrat etwas ändern muss?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Möglichkeit, sich für eine vorgegebene Antwort zu entscheiden:

  1. Nein, es sollte im Werkstattrat alles genau so bleiben, wie es ist...
  2. Eigentlich ist bei der Arbeit im Werkstattrat alles ganz gut, aber es gibt ein paar Dinge, die anders werden sollten...
  3. Bei der Arbeit im Werkstattrat muss sich unbedingt sofort etwas ändern...

Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich für die „Mitte“ entschieden, grundsätzlich sind die meisten offenbar mit ihrem Werkstattrat und der Arbeit zufrieden. Bemerkenswert ist, dass es sowohl Nennungen für Antwort a als auch für Antwort b gab. Die Kritikpunkte der Teilnehmer werden in Frage 2 erörtert..

2. Woran haben Sie gedacht, als Sie sich für a, b oder c entschieden haben?

In der Bearbeitung dieser Frage hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, bis zu drei Moderationskarten mit jeweils einem Stichwort zu beschreiben bzw. beschreiben zu lassen. Dabei kamen eine Menge positive und kritische Gedanken zum Ausdruck, die hier zusammengefasst und ohne Bewertung genannt werden:

3. Was ist das Wichtigste, das Sie in der nächsten Zeit bei der Arbeit im Werkstattrat erreichen wollen?

Die Nachdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer alle Nennungen aus Frage zwei erörtert hatten, wurden hieraus Themenbereiche gebildet und zusammengefasst aufgeschrieben. Jetzt konnten wieder Stimmen vergeben werden. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten bis zu drei Stimmen an die für sie wichtigsten Themen vergeben. Wie zu erwarten war, zeigte sich hier ein ausgewogenes Bild. Jedes Mitglied eines Werkstattrats und jeder Werkstattrat hat für sich besondere Ziele. Gleichzeitig gibt es auch Ziele, die überall angegangen werden: z.B. die Neuwahlen des Werkstattrats, für die die Vorbereitungen überall in vollem Gange sind. Es wurden folgende übergreifende Themen gebildet, aus denen jeder Werkstattrat seine wichtigsten Ziele formulierte:

4. Welche Tipps konnten Sie aus unserer Arbeitsgruppe bekommen?

Hier hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, sich Tipps von den anderen aus der Arbeitsgruppe einzuholen: Wie sie bestimmte Ziele für ihre Arbeit im Werkstattrat angehen können, wen sie in ihrer Werkstatt möglicherweise zuerst ansprechen sollten usw. Jede/r für sich hatte Gelegenheit, Notizen zu machen oder machen zu lassen.

Gruppenleitung:
Roswitha Strauch und Wolfgang Hündling

Weitere Infos zu diesem Thema:
Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft „Werkstätten für behinderte Menschen“:
http://www.bagwfbm.de
und Internetseite der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung:
http://www.lebenshilfe.de

Thema:
Persönliches Budget - aktuelle Entwicklungen und Chancen für Beschäftigte in der Werkstatt für behinderte Menschen

Die Gruppe setzte sich jeweils zu einem Teil aus Werkstatträten und zum anderen Teil aus Vertrauenspersonen der Werkstatträte zusammen. Zunächst wurden die notwendigen Begriffe Budget, Verordnung, Sozialgesetzbuch und insbesondere Sozialgesetzbuch IX sowie Sozialgesetzbuch XII erklärt. Im weiteren Verlauf wurde dann erarbeitet, dass das SGB IX seit dem Jahr 2001 die Möglichkeit geschaffen hat, Leistungen als Persönliches Budget zu erbringen. Seit dem 01.07.2004 kann das Persönliche Budget auch als trägerübergreifendes Budget bewilligt werden. Im weiteren Verlauf wurde ganz kurz auf die gesetzlichen Grundlagen eingegangen.

Auf die rechtliche Darstellung soll hier verzichtet werden. Spannend in der Diskussion mit beiden Gruppen war jeweils die Frage, ob das Persönliche Budget seitens der Kostenträger als Sparmodell gegen den Willen der behinderten Menschen eingesetzt werden kann. Dies ist ausdrücklich im SGB IX ausgeschlossen.

Im weiteren Verlauf wurden die Grundzüge der so genannten Budgetverordnung vermittelt. Dabei wurde in beiden Gruppen als problematisch erlebt, dass die Budgetverordnung keine Aussagen zur Budgetassistenz enthält. Gerade die Frage der Budgetassistenz, wie wird sie finanziert, wie wird sie organisiert, hat zu vielen Nachfragen bei den Werkstatträten geführt. Die Vertrauensleute der Werkstatträte waren eher an ihrer beruflichen Situation, was wird aus ihrer Einrichtung, wo werden sie arbeiten, interessiert. Hier konnte aber verdeutlicht werden, dass eine Gefährdung der Arbeitsplätze überhaupt nicht vorstellbar ist.

Abschließend wurde mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch über die Inhalte der vorläufigen Handlungsempfehlungen der Reha-Träger berichtet. Dabei wurde als wesentlicher Punkt festgehalten, dass grundsätzlich alle Teilhabeleistungen budgetfähig sind. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde auch die Broschüre „Was ist ein Persönliches Budget?“ in leichter Sprache zur Verfügung gestellt.

Besonders eingegangen wurde noch auf den niedersächsischen Modellversuch, der allerdings auf unseren Internetseiten bereits ausführlich vorgestellt ist.

Gruppenleitung:
Detlev Jähnert

Weitere Infos zu diesem Thema:
Internetseite des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen:
http://www.behindertenbeauftragter-niedersachsen.de
und Internetseite des Kompetenzzentrums Persönliches Budget
http://www.budget.paritaet.org

Thema:
Der Übergang Beschäftigter der WfbM in das Rentenalter

Nach einer Vorstellungsrunde wurde an folgenden Fragen gearbeitet:

    Bild: Frage: Was will ich machen, wenn ich in Rente bin?

Dies ist die Zusammenfassung der Karten zu der obengenannten Eingangsfrage.

    Bild: Frage: Was kann der Werkstattrat zum Thema Rente machen?

In den beiden Arbeitsgruppen wurde festgestellt, dass man sich früh genug mit der Rente beschäftigen muss. Es müsste gesammelt werden, was es in Niedersachsen an Angeboten zum Thema „Alter und Rente“ von den einzelnen Trägern gibt

Aufgezeichnet:
Bernd Dörr

Thema:
Integrationsfachdienste als eine Möglichkeit für WfBM-Beschäftigte den Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen

Die Arbeitsgruppe musste am Vormittag wegen fehlender Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausfallen. Am Nachmittag nahmen dann sieben Personen teil, die aus verschiedenen Werkstätten für behinderte Menschen kamen.

Die Themenstellung dieser Arbeitsgruppe muss im nachhinein als verfehlt betrachtet werden. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten keine Vorstellung über die Arbeit der Integrationsfachdienste. Daher wurde das Spektrum um die Qualifizierungsdienste in den Werkstätten erweitert. Auch hier war wenig über deren Arbeit bekannt. Daher erklärt sich wohl auch der geringe Zuspruch zu dieser Arbeitsgruppe.

In der Arbeitsgruppe wurde zunächst über die Möglichkeiten, Praktika außerhalb der Werkstatt durchführen zu können, diskutiert. Hier ergab sich eine recht lebhafte Diskussion und es wurden die sehr unterschiedlichen Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wiedergegeben.

Im zweiten Teil der Arbeitsgruppe wurden dann sowohl die Aufgaben der Integrationsfachdienste sowie der Qualifizierungsdienste in der Werkstatt vorgestellt und Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu beantwortet.

Die Diskussion in der Arbeitsgruppe war zwar sehr interessant, allerdings aufgrund der fehlenden Vorinformationen sehr langwierig.

Gruppenleiter:
Ulla Sievers und Thorsten Weise

Weitere Infos zu diesem Thema:
Infos zu Arbeit der Integrationsfachdienste:
http://www.bag-ub.de
Zur Arbeit der Qualifizierungsdienste:
Dokumentation des Artikels über die Arbeit der QVD's von Jochen Friedrich in der Zeitschrift IMPULSE

Thema:
Das Beschäftigtenschutzgesetz soll vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz schützen. Welche Auswirkungen hat es für Beschäftigte in der WfBM?

Die Gruppe bestand aus Werkstatträten und drei Vertrauenspersonen. Das Interesse in der Gruppe an dem Thema „Beschäftigungsschutzgesetz“ setzte sich folgendermaßen zusammen:

Wir folgten folgendem roten Faden:

Die Zeit verging im Flug. Die Interessen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten thematisiert werden (ebenfalls im Flug, also überblickartig) und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich beim Abschlussgespräch einig, dass die Arbeit in der Arbeitsgruppe dabei hilft, das Thema sexuelle Belästigung aus der Ecke des Schweigens ein wenig heraus zu führen.

Gruppenleitung:
Angelika Bieneck

Weitere Infos zu diesem Thema:
Den Gesetzestext in einfacher Sprache finden Sie im Internetauftritt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
http://www.mit-mir-nicht.de

Verabschiedung durch den Werkstattrat der WfBM Oldenburg

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die Info-Veranstaltung für Werkstatträte geht langsam dem Ende entgegen. Ich hoffe, es war für jeden etwas dabei, von dem er demnächst seinen Kollegen in der eigenen Werkstatt berichten kann.

Im Namen der Kollegen der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg möchte ich Sie hier und heute in Hannover verabschieden und hoffe, dass wir uns zur achten Informationsveranstaltung alle gesund und munter wieder sehen werden.

Wir wünschen Ihnen allen eine gute Heimfahrt.

Tschüss
Konrad von Kries